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Chronik der Sparte Wintersport

Von der Gründung bis zum 2. Weltkrieg

In den Jahren 1917/18 gründete der Commerzienrat Carl Roßberg mit Gleichgesinnten den Wintersportverein Lam. Die Disziplinen, in denen damals Wettkämpfe ausgetragen wurden, waren Langlauf, Streckenlauf (hier waren auch Abfahrten enthalten), Sprunglauf und Kombination, bestehend aus Langlauf und Sprunglauf.

In den nächsten Jahren wurde im Himmelreich die sogenannte “Koiderer-Schanze” gebaut. Leider gibt es über die ersten Jahre fast keine Unterlagen. Lediglich ist in der Festschrift “700 Jahre Lam” ein Skispringer bei einem Wettkampf in Lam im Jahre 1924 abgebildet. Überregional wurde Lam erstmals am 05. Februar 1922 in der Bayrischen Waldzeitung erwähnt.

Die erste Generalversammlung des WSV Lam fand am 10. Oktober 1929 statt. Der damalige Vorstand Franz Foidl eröffnete die Versammlung. Bei den dabei durchgeführten Neuwahlen wurde Georg Schierghofer jun. zum 1. Vorstand und Hermann Roßberg zum 2. Vorstand gewählt. In diesen Jahren wurden nur vereinsinterne Wettkämpfe im Waldecker Gebiet durchgeführt. Die erste Großveranstaltung war im Winter 1930/31 die Gaumeisterschaft des Bayerwald Skiverbandes.

Am 10. Februar 1935 wurde die neue Sprungschanze, die den Namen “Bayerische Ostmarkschanze” erhielt, vor über 2000 Zuschauern eröffnet. Hierbei wurde von dem Norweger Lindson mit 39 Metern der erste Schanzenrekord aufgestellt.

Bei den Langläufern gab es zu dieser Zeit mit Kurt Roßberg einen herausragenden Skisportler. Er wurde 1934 Deutscher Meister im Patroullienlauf und 1936 Bayerwaldmeister.

Die letzte Eintragung ins Protokollbuch stammt aus dem Jahre 1942. Sie lautete, dass die gewählte Vorstandschaft bis Kriegsende im Amt zu bleiben habe. Dies waren zu diesem Zeitpunkt als 1. Vorstand Kurt Roßberg, als 2. Vorstand Herr Salzberger und Josef Lorenz als Vorstand der zwischenzeitlich gegründeten Rodelabteilung.

 

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Krieg taten sich vor allem die Skispringer hervor. Die “Osserschanze” wurde nicht nur für die Springergarde aus dem Bayerwald zum beliebten Treffpunkt, es kamen Springer aus ganz Bayern und aus Österreich nach Lam. Bis Anfang der 60er-Jahre war die Sparte Wintersport sehr aktiv.

Danach dauerte es einige Jahre, bis Sepp Huber, Hotelier vom “Lamer Winkel”, mit viel Fleiß und Engagement die Sparte Wintersport zu neuem Leben erweckte. Der Auftakt wurde mit dem “Sperl-Schorsch-Gedächtnislauf” am 02. März 1969 am Eck gemacht. Dies war zugleich die 1. Vereinsmeisterschaft der neuen Ära.

Im gleichen Jahr wurde die “Osserschanze” in Schmelz renoviert und ein mobiler Skilift für den Trainingsbetrieb der alpinen Rennläufer am Frahelser Buckel aufgestellt. Am 20. Januar 1970 fand vor über 800 Zuschauern nach 6-jähriger Pause wieder ein Springen von der neuen “Osserschanze” statt. Drei Jahre und etliche Wettkämpfe später trafen sich 40 Springer zum “Franz-Maurer-Gedächtnisspringen”. Es sollte das letzte Skispringen auf der “Osserschanze” werden.

Ab September 1973 übernahm Sepp Obermeier die Sparte Wintersport, um ihr mit neuen Impulsen zu einem vielversprechenden Aufstieg zu helfen. Allerdings legte er sein Amt bereits ein Jahr später nieder. Bis zur nächsten Generalversammlung führte Georg Neumaier die Sparte Wintersport kommissarisch weiter, bis dann am 04. Oktober 1975 Herrmann Kopp zum Spartenleiter gewählt wurde.

In den 70er-Jahren wurde in Zusammenarbeit mit der Volksschule Lam der Rodelsport bei der SpVgg Lam wieder ins Leben gerufen. Schon bald machten sich die Rodlerinnen und Rodler über die Landkreisgrenzen hinaus einen guten Namen. Sie starteten u. a. bei Rennen am Königssee, in Winterberg, in Innsbruck und sogar in Lake Placid (USA). Betreut wurden sie dabei von Herrmann Kopp und später von Klaus Bartoszyk.

In den 80er-Jahren erweckte Sepp Mühlbauer das Skispringen in Lam zu neuem Leben. Der “Schlepp”, wie ihn seine Freunde nennen, war selbst ein begeisterter Skispringer. Er baute zusammen mit einigen Helfern im Ortsteil Schmelz die “Stierbergschanze”, die 1987 mit der Vereinsmeisterschaft des WSV Schmelz eingeweiht wurde. Durch Springen auf selbstgebauten Scheeschanzen versuchte er Kinder und Jugendliche für diesen Sport zu begeistern, was ihm auch gelang. Allerdings bedeutete die mangelnde Teilnahme bereits Anfang der 90er-Jahre das Aus für diesen Sport in Lam.

Ab dem Jahr 1984 wurde unter der Leitung von Sepp Klingseisen eine neue alpine Kindermannschaft aufgebaut. Aus dieser Gruppe gingen in den Jahren 1991 bis 1998 acht Bayerwald-Schülermeister hervor. Die jetzige DSV-Rennläuferin Monika Bergmann ging ebenfalls aus diesem Team hervor.

Alpine, Langläufer, Biathleten, Rodler und Skispringer haben die Sparte Wintersport nicht nur im Skigau Bayerwald, sondern auch auf nationaler und internationaler Ebene hervorragend vertreten und der SpVgg Lam dabei zu einem guten Namen verholfen.

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